Unsere Facebook-Seite
PDF

Raumluft und Gesundheit

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Luftqualität im Wohn- und Arbeitsumfeld für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Menschen von hoher Bedeutung ist. Mängel in der Luftqualität können sich negativ auf Befindlichkeit und Gesundheit der Gebäudenutzer auswirken. Raumluft ist somit eine medizinische Größe, der im privaten wie gewerblichen Bereich hohe Aufmerksamkeit zuteil werden sollte. Zu Fragen der Raumluftqualität aus medizinischer Perspektive existiert mittlerweile eine kaum überschaubare Vielfalt an Veröffentlichungen. Um die Orientierung zum Thema leichter zu machen, werden nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

Ein Mitteleuropäer, der in die Tropen reist, braucht geraume Zeit, bis er sich an die hohe Luftfeuchtigkeit und die große Hitze gewöhnt hat. In dieser Übergangszeit ist er trotz der hohen Außentemperaturen regelrecht kaltgestellt. Einem Tropenbewohner wird es im umgekehrten Fall nicht besser ergehen. Dass der Mensch große Probleme mit ungewohnten klimatischen Verhältnissen hat liegt daran, dass sein Körper und vor allem sein Stoffwechsel auf bestimmte äußere Bedingungen eingestellt sind. Der Körper kann zwar Abweichungen ausgleichen (z. B. Temperaturschwankungen durch Schwitzen oder Zittern), diese Schutzmechanismen funktionieren aber nur über einen gewissen Zeitraum und in begrenztem Maße. Aber nicht nur Extremsituationen bringen den Körper aus dem Gleichgewicht. Auch weniger auffällige und deshalb auf Anhieb meist nicht bemerkte Abweichungen vom Idealklima haben Auswirkungen auf die geistige, körperliche und seelische Verfassung. Die Folge ist verminderte Leistungsfähigkeit. Auf Dauer können schlechte klimatische Bedingungen sogar zu gesundheitlichen Schäden führen. Wir haben gelernt, ob der Mensch sich wohl fühlt, ob er thermische Behaglichkeit empfindet, hängt in hohem Maße auch von der Raumluftqualität ab.

Die thermische Behaglichkeit ist der Wohlfühl-Faktor Nummer eins.
Er wird von drei Hauptkomponenten beeinflusst:

- durch den Menschen selbst:
d. h. durch die Art seiner Bekleidung, seinen Aktivitätsgrad, die Aufenthaltsdauer im Raum
- durch den Raum:
Temperatur der Fußbäden und Wände, Wärme- oder Kälteabstrahlung von den Umschließungsflächen (z. B. Außenwände, Fensterflächen)
- durch die Umgebungsbedingungen:
Lufttemperatur, Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit

Entstehung von Schadstoffen
So gelangen Schadstoffe zum Beispiel in die Raumluft:
- über den Menschen (bedeutende Quelle für Schadstoffe, Keime und Feuchtigkeit)
- über menschliche Aktivitäten (Hobby, Rauchen, Kochen)
- über Arbeitsprozesse (Arbeitsplätze)
- über Schadstoffquellen im Gebäude (Ausgasungen aus der Bausubstanz, aus Lacken, Klebern, Stäuben)
- über Pilze und Bakterien im Haus (RLT, Feuchteschäden, Blumenerde, Allergene von Haustieren)

Schadstoffe in der Raumluft
Eine gewisse Menge von Schadstoffen gelangt von außen in ein Gebäude und zusätzlich werden sie im Innenraum freigesetzt (allgemeine Luftverschmutzung, Auto- und Industrieabgase). Schadstoffe sind in Räumen, in denen Menschen leben und arbeiten, schlicht-weg unvermeidbar. Daher kommt es auf den Schadstoffgehalt an. Solange die Unbedenklichkeitsgrenze nicht überschritten wird, ist zumindest keine unmittelbare Gefahr gegeben. Allerdings: Je geringer der Schadstoffgehalt und je verträglicher die Luftwerte insgesamt, desto angenehmer und effizienter lassen sich Räume nutzen.

Die häufigsten Schadstoffe in Innenräumen
Partikelförmige
Asbest, Mineralfasern, Schwebstaub aus Dämm-/Isoliermaterial, Brandschutz, Rauch
Biologische
Schimmelpilze, Bakterien, Allergene aus Feuchtschaden am Mauerwerk, Blumenerde, vernachlässigten raumlufttechnischen Anlagen
Gasförmige, anorganische
Kohlendioxid, Stickoxide, Radon, KFZ-Abgase aus Heizung, von Menschen, aus Untergrund, Rauch, KFZ
Gasförmige, organische
Lösemittel (Toluol, Xylol etc.), PCP*, Lindan, PAK, Formaldehyd, flächtige organische Verbindungen (VOC) aus Farben/Lacken, Klebern/Leimen, Holzschutzmitteln, Rauch

*Darf in Deutschland seit 1989 nicht mehr verwendet werden